Christian oder: Wenn ein Mann „an der Nadel hängt“

ww_blog_2016-05-19_christianAls ich noch jung war, hatten die Mädchen in der Schule Handarbeitsunterricht und die Jungs hatten Werken. Die Zeiten ändern sich. Heute gibt es etliche Männer, die prima stricken können. Einer von ihnen ist Christian, unser Chef. Das war allerdings nicht immer so. Als er unsere Chefin Susanne kennenlernte, trug er zwar schon gern handgestrickte Pullover, die seine Schwester für ihn gemacht hatte. Auch seine Mutter strickte und konnte Wolle spinnen. Die Fähigkeiten der beiden Frauen erfüllten Christian mit Stolz und Hochachtung. Und schon immer hatte er sich gefragt, wie das wohl funktioniert, dass aus einem einzigen, endlos erscheinenden Faden ein Gewebe wird. Dann kam die große Reise. Ein halbes Jahr lang waren Christian und Susanne unterwegs – in einem VW-Bus. Einen Fernseher gab es darin nicht. Da kann die Zeit schon einmal lang werden. Die beiden malten, lasen einander vor, Susanne strickte. Und eines Tages zeigte sie ihrem Liebsten, wie es geht. Seitdem hängt Christian sozusagen an der Nadel. Gern macht er sich an komplizierte Arbeiten heran. Da sind auch 20 Fäden in einer Reihe nicht unbedingt zu viel. Er liebt sie eben, die Chefin und: die Herausforderung.