Materialkunde: Mohair

Hair heißt Haar. Aber was bedeutet Mohair? Wenn ich an Mohair denke, fallen mir spontan Begriffe, wie flauschig, kuschelig, langhaarig ein. Apropos kuschelig – haben Sie schon mal eine Mohair-Ziege gesehen? Sie stammt ursprünglich aus Zentralasien, wo sie seit Jahrhunderten warmes Mohair für die Bewohner im Himalaya produziert hat. Später in der Geschichte findet man die Mohairziege auch in Kleinasien, wo die Türken die einzigartigen Eigenschaften des Mohair entdeckten. Die Tiere sehen zum Verlieben süß aus mit ihren seidigen Naturlocken, die ihnen bis ins Gesicht fallen. Als Mohair nun werden die Haare der Mohair- oder Angoraziege bezeichnet. Die Naturfaser ist die spezifisch leichteste Textilfaser überhaupt. Für Kleidung wird im Allgemeinen das Haar junger Tiere verwendet, Kid genannt. Das Tragegefühl ist ausgesprochen angenehm. Die Faser saugt Feuchtigkeit auf, ohne sich nass anzufühlen. So schön Mohairwolle frierende Menschen wärmt, so erfreulich kühlend wirkt sie im Sommer. Man verwendet die feinen Ziegenhaare zur Herstellung von Wolle, aber auch von Puppenhaaren und Teddybären.  Bitte achten Sie bei Ihren Arbeiten aus Mohair unbedingt auf die richtige Pflege. Empfohlen wird die Handwäsche in lauwarmem Wasser mit sehr wenig Wollwaschmittel. Lassen Sie das gute Stück nicht zu lange in der Lauge liegen. Ein kurzes Schonschleudern in der Waschmaschine hilft dem Mohair, sich schnell wieder in die Ursprungsform zurückzuziehen. Bitte nicht in ein Handtuch wickeln, sondern luftig im Liegen trocknen und anschließend leicht aufschütteln!