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Meine Strickologie

Guten Tag liebe Kundin, lieber Kunde,Susanne Relling-Peters

 

ich möchte mich gerne einmal persönlich vorstellen, heutzutage wird alles anonymer, und man verirrt sich leicht im Dschungel des Internets. Damit die persönliche Beziehung zwischen Anbieter und Kunden nicht ganz verloren geht, erzähle ich ihnen ein wenig über mich und unsere Firma...

 

Wie es begann:

 

Meine erste Begegnung mit der Häkelnadel hatte ich in der 3. Klasse der Grundschule. Die ersten TopflappenWie üblich, sollten wir ein Paar Topflappen für den Muttertag häkeln. Meine waren dottergelb mit einem weißen Mäusezähnchen-Rand. Sie sind auch tatsächlich rechtzeitig fertig geworden, allerdings waren sie sehr individuell. Einer beinahe rund und der andere tailliert. Meine Mutter freute sich trotzdem sehr. --

Damit war der Grundstein gelegt. Nun sorgte ich regelmäßig dafür, dass meine Petra-Puppen etwas Neues zum Anziehen bekamen. Puppe mit Cape und KleidWollreste jeglicher Art wurden in Röcke und Hosen verwandelt. Meine Schwester zeigte mir den einen oder anderen Trick und den Rest brachte ich mir selbst bei.

Mit 12 Jahren traute ich mich dann an die Stricknadeln. Nachdem ich mir eine Weste gehäkelt hatte, zeigte meine Mutter mir die Grundtechnik des Strickens. Und mein erstes Werk mit zwei Nadeln war dann wieder eine Weste.

Puppe mit Hose und WesteDas war Ende der 70er Jahre. Zu dieser Zeit begann der große Strickboom. Wir strickten gemeinschaftlich im Unterricht (teils geduldet, teils offiziell erlaubt) im Bus, im Auto, am Strand oder im Café. Überall gab es Wollgeschäfte und auch auf Märkten und Basaren wurde Wolle angeboten. Nachmittags traf ich mich mit meinen Freundinnen zum Tee und natürlich zum Stricken. Zu Geburtstagen und zu Weihnachten gab es fortan wollige Geschenke. -- Wer nicht stricken konnte war out.

Mittlerweile war ich schon so geübt, dass ich anderen etwas beibringen konnte. Ich hatte immer etwas in Arbeit und meine selbst entworfenen Werke wurden oft bewundert. Während meiner Lehrzeit zur Schauwerbegestalterin besserte ich mein Azubigehalt damit auf, dass ich in den Pausen und zu Hause für andere Leute strickte.

Sogar meinen Brieffreund steckte ich mit dieser Leidenschaft an, und so zeigte ich ihm den Umgang mit den Nadeln. Dieser ist bis heute nicht "clean". Er hat sich mittlerweile auf Socken spezialisiert. 

Seit dieser Zeit kann ich ohne Strickzeug nicht sein, ich habe keine Ahnung wie viele hundert Pullis und Jacken ich bisher hergestellt habe. Dabei geht es mir nicht allein um das eigentliche Handarbeiten; ich bin sehr kreativ und entwickele meine Modelle meistens selbst. Die Anregungen dafür hole ich mir aus den vielen wunderbaren Fachjournale  oder aus der Konfektion; aber es kommt praktisch nie vor, dass ich ein Modell so nacharbeite wie ich es gesehen habe. Das Austüfteln macht mir beinahe am meisten Spaß.

Meinen Mann lernte ich mit Anfang zwanzig kennen, und im Gegensatz zu manch anderen männlichen Vertretern, die von dieser Sucht genervt waren, bewunderte er diese Kunst und präsentierte stolz zuerst Pullis, die seine Schwester für ihn gestrickt hatte, und später meine Werke.-- Und irgendwann war es soweit, er wollte selbst Hand anlegen, also zeigte ich dem nächsten Mann dieses Handwerk. Von diesem Zeitpunkt an saßen und sitzen wir oft gemeinschaftlich auf der Couch und lassen die Nadeln klappern. Ich kann nicht sagen wer von uns beiden besser strickt. Ab und zu gesellt sich dann unsere Tochter auch dazu, die genauso Gefallen am Häkeln und Stricken gefunden hat. Nur unser Sohn ziert sich noch etwas…

Mittlerweile habe ich meine Strickerfahrung so umsetzen können, dass ich für fast alle meine Modelle auch Strickanleitungen schreibe.

 

 

Die Firmengeschichte:

 

WOLLYWOOD –das war eine Fügung des Schicksals!Ladenfront Februar 1992

Auf der Suche nach einer geeigneten Geschäftsidee, die meinen Mann und mich gleichermaßen begeistert, wurde uns das bereits bestehende Wollfachgeschäft in Bad Oldesloe angeboten. Genau passend zu unseren Vorstellungen. Wer möchte nicht sein liebstes Hobby zum Beruf machen…? Das war 1991.

Nach und nach eigneten wir uns das nötige Fachwissen an und erweiterten das Sortiment um Stickmaterial,  passende Zeitschriften und später Knüpfzubehör. Wir sorgten für eine ansprechende Dekoration und einen einladenden Verkaufsraum.

Im Frühjahr 1997 eröffneten wir in dem Nachbarort Bargteheide eine Filiale. Doch es stellte sich nach zwei Jahren heraus, dass uns der Spagat zwischen Geschäftsbetreuung an zwei Standorten und die Organisation einer inzwischen vierköpfigen Familie zu viel abverlangte. Parallel dazu hatte mein Mann 1998 eine kleine Internetpräsenz aufgebaut; die erste in unserer Branche! Der ursprüngliche Gedanke war, diese Möglichkeit der Werbung zu nutzen, um neue Kunden in unsere Geschäfte zu leiten. Doch die ersten Besucher unserer Homepage fragten nach kurzer Zeit an, ob wir unsere Produkte auch versenden würden. Nach ein paar Monaten waren durch die Nachfrage ständig neue Seiten dazugekommen, und mein Mann musste immer mehr Zeit in dieses Projekt investieren.

Daher musste eine Entscheidung gefällt werden, und diese fiel zu Gunsten des Internet-Shops aus. Im Frühjahr 2000 trennten wir uns nach drei Jahren von der Filiale Bargteheide, und konzentrierten uns auf unser Stammhaus und immer weiter auf den Versand. Die Homepage wuchs kontinuierlich und mit ihr der neue Kundenkreis.

Plötzlich hieß es: WOLLYWOOD worldwide!

Im Jahre 2002 bewarben wir uns um den Deutschen Internetpreis zum Thema: „Mehrwertorientierte Unternehmensdarstellung im Internet“

Zu unserer eigenen Überraschung wurde unser Unternehmen mit sieben weiteren nominiert!

Für den Preis hat es dann doch nicht ganz gereicht, aber von 484 Bewerbern ausgewählt zu werden, das ist schon eine große Anerkennung, auf die wir sehr stolz sind.

Dieser Erfolg bestärkte uns in unserer neuen Orientierung. Die Homepage wies zu diesem Zeitpunkt bereits ca. 400 Seiten auf und wurde immer noch stetig erweitert. Auch für unsere Kunden im Ladengeschäft brachte der Shop Vorteile, denn durch die größere Nachfrage konnten wir auch den Kundinnen am Ort eine noch bessere Auswahl bieten.

In diesem Jahr, 2008 feiern wir nun das 10jährige Bestehen unseres Internet-Shops und freuen uns, Ihnen einen völlig überarbeiteten, modernen Shop mit Warenkorbsystem präsentieren zu können.

Wie in jeder Branche sind wir Höhen und Tiefen durchwandert. Es gehört schon ein gehörige Portion Idealismus dazu, sich in einer so “ exotischen“ Branche zu etablieren. Aber ich denke, wir haben es geschafft, weil wir uns mit unserem Produkt identifizieren und unseren Kunden eine kompetente Beratung sowie optimalen Service bieten.

Deshalb sind Sie bei uns in den besten Händen!

 

Zu guter Letzt noch eine Bitte:

 

Für die Zukunft wünsche ich mir wieder mehr "Öffentlichkeitsarbeit". Will sagen: Stricken muss wieder stärker thematisiert werden. In Amerika ist man uns mal wieder einen Schritt voraus, dort gibt es schon seit einigen Jahren Strickcafés  und Treffen zum gemeinsamen Nadelklappern. Da sitzen Filmstars wie Julia Roberts oder Sarah Jessica Parker in den Parks und stricken, um sich bei ihrem Lieblingshobby zu entspannen. Das Image der Strumpfstrickenden Omi war gestern, trendweisende, kreative Modeschöpfung ist heute!

Also, verstecken Sie sich nicht, stehen Sie zu Ihrem Hobby und zeigen Sie es auch, stecken Sie andere damit an, Sie sind voll im Trend!

 
Ihre Susanne Relling-Peters
Sommer 2008