Materialkunde: Baumwolle

Bei dem Namen Baumwolle könnte man meinen diese „Wolle“ wächst an Bäumen, aber Sie und ich wissen, dass dem nicht so ist. Die Baumwollpflanze ist ein Strauch und gehört zur Familie der Malvengewächse, sie ist eine sehr alte Kulturpflanze und wird heute in über achtzig Ländern der Welt angebaut.
Nach der Blüte verwandelt sich der Fruchtknoten zu einer Kapsel, die beim weiteren Reifeprozess aufspringt und aus der die Samenhaare herausquellen. Die weißen Puschel aus Büscheln langer Fasern ermöglichen der Pflanze eine Ausbreitung der Samen über größere Distanzen. Die „Watteknäule“ werden handgepflückt oder maschinell geerntet. Bei der Handarbeit ist der Vorteil, dass nur die wirklich reife Baumwolle geerntet wird. Allerdings ist diese Art der Ernte sehr mühsam und erfordert mehrere Durchgänge. Bei der maschinellen Variante werden in einem Arbeitsgang, der etwas später erfolgt, unreife, reife und überreife Samenhaare gesammelt.
Nachdem die Baumwolle geerntet wurde, müssen die Baumwollfasern von den Samen getrennt werden. Dadurch erhält man lange Baumwollfasern, die von einer dünnen Wachshaut umhüllt sind. Diese Wachshaut schützt die Faser vor Nässe. Um die typische hohe Saugfähigkeit der Baumwolle zu erhalten, wird meistens noch das Wachs von der Rohbaumwolle entfernt und in große Ballen gepresst. So erreicht der Rohstoff die Spinnereien und wird dort veredelt und gesponnen. Baumwolle ist sehr saugfähig, hautfreundlich, pflegeleicht und strapazierfähig. Außerdem verfügt sie über ein geringes Allergiepotential.
Am Ende der Produktionskette steht die Färberei. Danach muss das Garn nur noch zu Knäulen gewickelt werden, damit Sie sich daraus ein schönes Sommerteil stricken oder häkeln können.