Materialkunde: Leinen

Leinen ist eine Pflanzenfaser. Sie wird aus den Stängeln der Flachspflanze gewonnen und zählt zu den Bastfasern. Bei der Ernte werden die Leinpflanzen mittels spezieller Maschinen mit den Wurzeln aus dem Boden ausgerissen. Das Stroh wird auf den Feldern liegengelassen und zum Trocknen parallel ausgerichtet. Durch die Taufeuchte bauen Bakterien und Pilze die Pektine ab. Dieses Verfahren ist recht umweltfreundlich, auch gelangen die Nährstoffe während der sogenannten Röste teilweise wieder in den Boden zurück. Nach der Röste wird das Stroh wieder getrocknet, zerkleinert und gebrochen, geschwungen, geschäbt, gehechelt und gereinigt. Die so gewonnenen Langfasern werden dann in Zöpfen geflochten zur Spinnerei gebracht. Leinengewebe wurden traditionell hauptsächlich für Bett- und Hauswäsche verwendet. In dieser Nutzung wurden sie von der billigeren Baumwolle verdrängt. Neue Verwendungsmöglichkeiten bei Kleidung und Dekorationsstoffen kamen hinzu. Auch in der Verarbeitung zu Handarbeitsgarnen findet man Leinenfasern. Durch ihre Eigenschaft 35% Luftfeuchtigkeit aufnehmen zu können, diese dann schnell an die Umgebungsluft wieder abzugeben, wirkt Leinen kühlend und im trockenen Zustand trotzdem wärmend. Somit bietet die Faser ideale Merkmale für die Herstellung von Sommerkleidung. Zudem ist diese Faser sehr reißfest aber auch unelastisch und daher knitteranfällig. Durch den ganz feinen Glanz und die Stärke gilt Leinen als edles Material. Zudem ist es sehr strapazierfähig und langlebig. Im Handstrickbereich wird die Leinenfaser gerne mit Baumwolle oder Viskose gemischt, weil die reine Leinenfaser ein wenig störrisch ist.